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Gefängnisseelsorge
Seit 10 Jahren bin ich Gefängnisseelsorger im Hochsicherheitsgefängnis von Puno, wo vor 10 Jahren noch 400 Gefangene hinter Schloss und Riegel schmachteten. Es waren die politischen Gefangenen des Leuchtenden Pfades und des MRTA (terroristische Bewegung). Heute ist es kein Hochsicherheitsgefängnis mehr, sondern von Insassen mit verschiedenen Delikten Eingeklagte und Verurteilte besetzt. Einmal im Monat fahre ich die 100 km hin und 100 km zurück, um den ganzen Tag bei den Gefangenen zu verbringen mit Einzelgesprächen oder die Eucharistie feiernd oder in Gruppen religiöse oder ethische Fragen behandelnd.
Wir FürsorgerInnen kümmern uns um die rechtlichen und sozialen Probleme der Insassen. Wir verstehen uns auch manchmal als Bindeglied zwischen der Familie und den Insassen, um Nachrichten auszutauschen. Denn die Angehörigen können aus finanziellen Aspekten ihre Familienangehörigen nicht oft im Gefängnis besuchen.